Die Fernbedienung zum MP3-Player
Darauf haben vielleicht viele gewartet: Eine Infrarot-Fernbedienung für den MP3-Player. Manche werden aber auch denken "Oh je, NOCH SO EIN DING AUF DEM WOHNZIMMERTISCH." So eine Fernbedienung steigert doch aber den Bedienkomfort eines jeden Gerätes: Man kann gemütlich sitzenbleiben.

(Die Fernbedienung ist leider (noch?) nicht als Bausatz zu bekommen!)

Zur Schaltung:

warning!  Auf- und Einbau der Schaltung erfolgt auf eigene Gefahr.
Der Prototyp funktioniert einwandfrei, jedoch wird für entstehende Schäden z.B. durch Fehler beim Aufbau usw. keinerlei Haftung übernommen.

Angefangen beim Sender:
Die Grundidee stammt aus einem etwa 5 Jahre alten Bauvorschlag der Zeitschrift ELV und einem Datenblatt von Philips. ELV hatte eine einkanalige Fernbedienung vorgesehen; der verwendete Chip kann aber deutlich mehr. Der SAA3004 verwendet den weit verbreiteten Code RECS80, der Vollständikkeit halber seien noch RC5 und NEC erwähnt. Also Datenblatt her und einige weitere Kanäle hinzugefügt. Die im Schaltplan zu sehenden 5 Tasten erzeugen am Signalausgang des SAA3004 bestimmte Impulse, die von der IR-LED an den Empfänger "geblitzt" werden. Hierbei treten Impulsspitzen von ca. 2 Ampere auf! Die Impulse sind Bitmuster, die vom Empfänger decodiert, aufbereitet und weiterverabeitet werden.

Schaltplan: (hier PostScript)

Stückliste

Der Empfänger:
Der im Schaltbild links zu sehende SFH506-38 (Datenblatt fehlt aber zur Zeit) ist ein Infrarot-Empfängerbaustein von Siemens (bzw Infineon), der schon fertig auf die verwendete Modulationsfrequenz von 38kHz eingestellt ist. Er empfängt und demoduliert das IR-Signal. Die am Ausgang des SFH506 anstehende Bitfolge wird einem SAA3049A (wieder Philips, Datenblatt) zugeführt. Dieser decodiert dann die Bitfolge und generiert an seinen Ausgängen ein Bitmuster, wobei aktive Pins auf logisch '0' geschaltet werden. Wie man sich vorstellen kann, sind mit den 6 Bit eine ganze Menge (2^6 = 64) Schaltmöglichkeiten vorhanden. Durch die am Sender gewählten Tasten(anschlüsse) erscheinen jedoch nur die Bitmuster 10000, 01000, 00100, 00010, 00001 (allerdings invertiert). Zusätzlich stellt der SAA3049A am Pin CRI einen Impuls zur Verfügung, wenn er einen Code korrekt empfangen und verarbeitet hat. Dieser wird benutzt, um ein Monoflop zu triggern (zwecks Impulsverlängerung). Die gewonnenen Signale (Bitmuster und verlängerter Impuls) werden logisch NOR-verknüpft, so daß je korrekt empfangenem Code genau EIN Transistor für mindestens ca. 300 ms  durchschaltet. Die Kollektor-Emitterstrecke der Transistoren wird einfach parallel zu den Tasten geschaltet; ein Durchschalten des jeweiligen Transistors entspricht dann einem Tastendruck am lokalen Gerät. Damit ist es für die Steuersoftware unerheblich, ob eine lokale Taste oder eine an der Fernbedienung gedrückt wurde.

Schaltplan: (hier PostScript)

Stückliste

Allgemeines:
Da die Schaltungen jeweils nicht so kompliziert sind, könnte man das Ganze mit etwas Geschick auf Lochrasterplatten aufbauen. Der Vorteil dabei ist, daß beliebige Taster für den Sender benutzt werden können.
Die Alternative ist die Verwendung einer geätzten Platine. Das Layout (mit EAGLE erstellt, doppelseitig) dieser Platine(n) steht als PostScript-File zum Download (Maßstab 1:1) zur Verfügung.

Bestückungsplan: (hier PostScript)


 

Bei der Senderplatine ist zu beachten, daß alle Bauteile außer den Tastern auf der Unterseite bestückt werden!

Den gesamten Datensatz (Schaltpläne, Stücklisten, Layout, Bestückungsplan) gibt es hier.

Falls wider Erwarten ein schon vorhandenes Gerät (z.B. Fernseher) auf diese Fernbedienung reagieren sollte (was ja wahrscheinlich nicht gewünscht ist), kann durch die Jumper (im Layout als Lötbrücken ausgeführt) eine andere Codierung eingestellt werden. Hierzu müssen unbedingt beide Jumper (Sender und Empfänger) geschlossen werden. Sind die Jumper an Sender und Empfänger unterschiedlich eingestellt, "versteht" der Empfänger den Sender nicht.

Anschluß an den Player:
X1    Versorgung, 5V DC, links +5V, rechts GND, vom Netzteil (rot +5V, schwarz GND)
X2 Anschluß für den IR-Empfängerbaustein (SFH506-38 oder kompatibel) von oben nach unten die Pins den SFH: 3-2-1 (wenn von vorne betrachtet)
X5 Anschluß für die Tasten, d.h. jeweils 2 hintereinanderliegende Pins werden zu den vorhandenen Tastern parallelgeschaltet. Ggf. die Reihenfolge der ersten vier umkehren, das geht aber auch per Software. 

Viel Spaß und Erfolg beim Nachbau!

Fragen und Feedback bitte direkt an den Autor.
 

©1999...2000 Matthias Kirchner